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Hallo!

Schön, dass Du auf meine Seite gefunden hast!

Hier soll im Folgenden über die Grabungskampagne 2008 auf dem Tell Halaf in Nordsyrien berichtet werden.

Der Tell Halaf ist ein Ruinenhügel nahe der heutigen Türkischen Grenze in der syrischen Gezirah, etwa gelegen zwischen Qamishli und Hassaka. Der Tell liegt etwa drei Kilometer von der Provinzstadt Ras al-Ayn entfernt.

Der Hügel besteht aus Besiedlungsschichten der jungsteinzeitlichen "Tell-Halaf-Kultur" und eisenzeitlichen Schichten. Genauer handelte es sich damals hierbei um die Hauptstadt des aramäischen Stadtstaats Guzana. Neben einem Palast sind hier ein sogennantes "Hilani" und mehrere Grabkultanlagen gefunden worden. Später wurde Guzana von den neuassyrischen Herrschern in Besitz genommen, die hier einen Gouvaneurs-Palast bauten. Auch in den anschließenden Epochen, in parthischer, hellenistischer, seleukidischer und islamischer Zeit war der Ruinenhügel noch bewohnt.

Noch bis in die heutige Zeit ist der Tell Halaf teilweise von Häusern und Bestattungsplätzen des gleichnamigen Dorfes bedeckt.

Anfang des 20. Jahrhunderts erforschte der deutsche Diplomat Friedrich von Oppenheim den Tell Halaf. Für seine grandiosen Funde gründete er in Berlin das "Tell Halaf-Museum", dass im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Seit 2006 wird nun endlich wieder gegraben auf dem Tell Halaf. Beteiligt sind hierbei das Vorderasiatische Museum Berlin, die Universität Tübingen und die Universität Halle.

Ich selbst studiere seit 2004 Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie in Tübingen. Seit 2007 arbeite ich im so genannten Team C unter Mirko Novak bei der Erforschung des neuassyrischen Palastes auf dem Tell Halaf mit.

Im Jahr 2008 werden wir vom 04.08. bis zum 21.10.2008 in Syrien sein.

Im Folgenden möchte ich für meine Freunde und lieben Daheimgebliebenen sowie alle anderen Interessierten darüber berichten, was wir alles erleben: auf dem Tell, in Ras al-Ayn, wo wir wohnen werden, auf unseren weitläufigen Exkursionen, in Aleppo und Damaskus...

 

 

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Es ist viel passiert...


Hallo miteinander!

Die erste komplette Arbeitswoche ist nun rum, und es ist viel passiert.

Wir arbeiten mittlerweile jeden Tag auf dem Tell, und es zeichnet sich eine stressige Kampagne ab.

Mirko, mein Teamleiter, will unheimlich viel wegarbeiten, bevor in etwas mehr als zwei Wochen der Ramadan anfaengt und wir zur Arbeit im Haus genoetigt sind. Ergo heisst es ranklotzen. 

Wir haben unser Team dieses Mal gesplittet. Brigitte betreut mit der Slowenin Maria die eine Haelfte, ich zusammen mit Katharina aus Muenchen die andere Haelfte unserer Schnitte. Zudem hat der syrische Teil unseres Teams einen eigenen Schnitt. 

Mit Katharina als Kollegin habe ich viel Glueck, wir verstehen uns prima und sie lernt sehr schnell, so dass sie beinahe bereits voll einsatzfaehig ist.

Mit Maria sieht das leider etwas anders aus, und auch generell gibt es mit ihr einige Probleme, da wir mit ihr mal wieder ein Maedel im Team haben, dass sich an die noetigen Regeln beim Leben hier nicht haellt. 

Zudem wurden natuerlich auch unsere Arbeiter aufgesplittet, so dass ich garnicht mit den Leuten, auf die ich mich gefreut habe, zusammenarbeiten kann. Natuerlich sehe ich sie trotzdem (Gerlinde, dein Bruederchen ist immer noch schier untroestlich! Generell wirst Du doch sehr vermisst!!!)

Dafuer koennen wir bereits jetzt schon einiges an Ergebnissen vorweisen. Unter anderem konnten wir eine Treppe, die bereits seit 2006 bekannt ist, im Palast nachverfolgen und fanden an deren Fuss eine Hockerbestattung mit einer klitzekleinen Frauenfigurine als Beigabe.

Alles in allem ist alles sehr stressig, ich werde also in naechster Zeit demanch auch wirklich nur einmal die Woche, an Yumma, also Freitag, dazu kommen, mich zu melden. Ich hoffe, dass es ab anfang des Ramadan erstmal wieder ein wenig ruhiger wird.

Auch unsere Krankenliste wird immer laenger: Ela hat eine Glasplatte auf den Fuss bekommen und die ersten Opfer des hiesigen Essens sind auch zu beklagen, momentan liegen Christine und Joerg komplett flach, waehrend sich einige andere noch durchkaempfen. Ich bin bisher erstmal noch verschohnt geblieben, toitoitoi.

Natuerlich arbeiten wir nicht nur. Zumindest ein klitzeklein wenig anderes gibt es schon zu berichten.

Letzte Woche hat es doch tatsaechlich mal geregnet!!! So richtig!!! Dabei hatte es davor das ganze Jahr noch garnicht geregnet, und ein Sprichwort sagt: Das ist so unwahrscheinlich wie Regen im August in der Gezirah.

Generell spinnt das Wetter ein wenig. Wir hatten die Tage fuer hiesige Verhaeltnisse regelrecht einen Kaelteeinbruch. Natuerlich war es tagsueber trotzdem recht heiss, aber nachts war es so kalt wie letztes Jahr Ende September, und morgens brauchten wir eine Jacke auf dem Tell.

Gestern Abend waren wir auf eine Beduinen-, oder vielmehr Schaui (so heisst die Gruppierung, zu der unsere Arbeiter gehoeren), eingeladen. Durchaus mal ein interessantes Erlebnis, allerdings nicht allzu spannend. Zu essen gibt es nichts, das Brautpaar bekommt man nicht zu sehen und alle anderen tanzen Stundenlang stoisch Dabka im Kreis. Ergo sind wir nach etwa einer halben Stunde, als wir dem Protokoll genuegend Ehre erwiesen hatten, wieder abgedampft.

Bilder davon wird es hoffentlich naechste Woche geben.

Zeitgleich startete in unserem Wohnhaus eine von den verbliebenen Studenten iniziierte Party, deren wir uns dann noch anschlossen. Es gab Wassermelone mit Wodka. Hoellisch. 

Heute war also wieder Yumma und damit Ausflug angesetzt. Ich hoffe, jetzt wird keiner panisch: Wir waren heute in Ain Diwar, dem Grenzdreieck am Tigris, das durch Syrien, die Tuerkei und dem Irak gebildet wurde. Ausser dem Tigris und einem roemischen Brueckenbogen gab es allerdings fuer sechs Stunden Fahrt ein wenig wenig zu sehen. Aber immerhin kann ich jetzt sagen, ich hatte mal meine Finger im Tigris.

Noch etwas interessantes gibt es:

Ich bin momentan hier die Einzige, die sich einigermassen mit unserer Total Station (das ist ein Vermessungsgeraet, liebe Nicht-Archaeologen) auskennt und ergo fuer das Messen zustaendig auf dem Tell, bis morgen Anne, die Architektin, ankommt. 

Nun hat mir Mittwoch mittag jemand bei der Einweisung auch bei der fuenften Erklaerung nicht  zugehoert und das gute Stueck trotz Feststellmechanismus, in der Gegend herumgedreht. Jetzt ist es erstmal hin.

Daher werde ich morgen mit unseren syrischen Kollegen Mohammed und Samer nach Aleppo fahren, um herauszufinden, ob man es dort reparieren kann. 

Soweit erstmal die fuer die restliche Welt wahrscheinlich nicht sooooo spannenden Nachrichten von hier.

Ich wuerde mich uebrigens durchaus ueber Nachrichten von Zuhause freuen, entweder per Mail auf meine web.de Adresse oder hier im Gaestebuch!!!

Alles in allem hat mich jedenfall trotz allem vorhergegangenen Geunke das Halaf-Fieber wieder.

Eure Nici

15.8.08 19:28


Angekommen...

Wir sind Dienstag am fruehen Morgen endlich wohlbehalten in Aleppo gelandet und gleich weiter nach Ras al-Ayn geduest, wo wir morgens um acht ankamen.

Es ist wie gehabt sehr heiss, jedoch trotz aller Berichte von Wassermangel in diesem Jahr recht gruen.

Nachdem wir uns leidlich eingerichtet und aklimatisiert hatten, waren wir gestern zum ersten Mal den ganzen Tag zum arbeiten auf unserem wundervollen Stinketell.

Natuerlich arbeiten und wohnen wir auch dieses Jahr mit einem ganzen Schwung syrischer Studenten zusammen, und wir Studenten-Maedchen wohnen wieder in unserem gewohnten Haus von letztem Jahr, das inzwischen mit wundervollen, pastellrosa Stuckdecken versehen ist. Ich fuehle mich, als waere ich nie hier weg gewesen.

Heute ist der erste Jumma unserer Kamapgne, sprich, es ist Freitag und wir haben frei. Heute morgen gab es das erste Kalam, die Besprechung, dann sind wir zum Mittagessen alle gemeinsam ins Syrup, Ras al-Ayns einzigem Restaurant. Dies liegt an einer Quelle und die Tische stehen in Becken, durch die Wasser flutet. REcht angenehm bei diesen Temperaturen.

Leider gab es da auch gleich den ersten Schwerverletzten: Janko, der kleine Sohn von den Novaks, rutschte aus und schlug sich den Kopf an. Er musste im Krankenhaus genaeht werden.

Allzu viel gibt es, wie ihr seht, noch nicht zu erzaehlen, und ich habe bisher auch noch kein einziges Bild geschossen.

Ich wuerde mich sehr freuen, wenn mir der eine oder andere einen Kommentar hinterlaesst, da ich auf den Blog besser zurueckgreifen kann als im letzten Jahr.

Auf eine gute Kampagne, Inshallah!!!

8.8.08 16:16


Es geht los!!!

So.

Wir sind alle in den letzten Vorbereitungen.

Montag den 04.08. geht es los.

 

Wir starten 17:30 Uhr in Stuttgart und werden, nach einem Zwischenstopp in Istambul, um 1:30 Uhr in Aleppo landen. Dann geht es nach Ras al-Ayn, das sind so vier bis fünf Stunden Fahrt. Demnach werden wir irgendwann im Laufe des Dienstag morgen ankommen.

Ich kann daher noch nicht versprechen, bis wann ich mich das nächste Mal dann melden kann.

 

Bis bald!

2.8.08 02:43


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