Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/seangan

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Back to tell...

so, unsere alles andere als erholsame, aber durchaus interessante tuerkei-exkursion ist vorbei und wir sind wieder an der arbeit.

donnerstag nachmittag sind wir 12 mann (und frau) stark gen tell abiad ueber die grenze gebrettert.

und hier ist zeit fuer den ersten teil von syrische phaenomene und andere besonderheiten!

die frist fuer syrische visa kann durch eine aus- und erneute wiedereinreise verlaengert werden. deswegen brettern wir ja immer nach efes-land. jetzt dient der grenzuebergang aber nicht nur unserer freitagsbeschaeftigung (der freitag, der bei uns hier sonntag ist, vor dem samstag, der gefuehlt montag ist...) , sondern auch der unterhaltung der syrischen grenzposten. denn diese lassen sich bei jedem besuch unsererseits ein nettes neues gesetz einfallen. dieses jahr ist es die frist, innerhalb wir unser visum verlaengern lassen muessen. urspruenglich steht auf dem visum, dass das alle 15 tage der fall sei. auf anfrage beim konsulat teilte man uns mit, dass das nicht gaelte, sondern die frist 45 tage betraege. dies bestaetigten uns die granzposten bei unserem ersten tuerkeibesuch in nusaybin, wollten aber gern 500 syrische pfund pro person dafuer haben. bei der ausreise eines teils unseres teams ueber tell abiad erklaerte man, die frist betrage jedoch nur 30 tage. darauf brach eine gewisse panik aus und es wurden individualtrips zur grenzueberquerung organisiert. bei unserem diesmaligen uebergang im zuge der exkursion wurde uns nun aber erklaert, das sei ein irrtum, es gaelten 15 tage. auch wurden wir wieder kassiert. auf unserer rueckreise ueber den grenzposten bab al-hauwa erklaerte man uns wieder, es gaelten 30 tage und verlangte kein geld.

so hat nun also jeder syrische grenzposten seine eigene gesetzgebung, wie es scheint, oder die herren denken sich extra fuer uns immer wieder ein neues gesetz aus. 

 schuchel syrie halt.

jedenfalls reisten wir an unserem ersten tag ueber die granze, was gut einen nachmittag fuellt, und fuhren gen urfa, wo wir in einem schoenen hotel naechtigten. 

abends traf ich mich mit simon, der momentan in goebekli tepe  nahe urfa graebt und wir rauchten gemuetlich eine agile (wasserpfeife) mit louise und brigitte in einem wundervollen cafe hoch ueber dem stadtpanorama der belebten pilgerstaedte am aufstieg zur zitadelle.

am naechsten morgen, nach einer wundervollen nacht in einem echten bett, ging es erst per ueberlandbus nach gaziantep, und von dort per dolmus, dem sammeltaxi, auf besichtigigungstour. diese fuehrte uns zuerst nach zincirli, dem antiken sam al. dies war der erste fundplatz im orient, der von deutschen ergraben wurde und ist sehr bekannt. heute wird der fundplatz allerdings seinem ruf nicht sehr gerecht, auf dem huegel steht ein malerisches kleines dorf und sonst gibt es eigentlich nichts zu sehen. untypischerweise fuer eine tuerkische fundstelle nicht einmal ein erklaerendes schild.

danach ging es nach yesemek, einem hethitischen steinbruch, in dem sehr viele angefangene und nie vollendete bildwerke zu besichtigen sind. interessanterweise scheint damals eine ziemliche kanonisierung in der darstellung geherrscht zu werden. es treten eigentlich nur fuenf oder sechs verschiedene formen auf. da aber so viele davon nicht fertig gestellt worden sind, haben wir darueber spekuliert, dass es sich wohl um eine massenproduktion gehandelt habe, deren produkte fruehzeitig aus der mode kamen.

der waechter der fundstelle lud uns danach noch zu mehreren glaesern frischem ayran ein.

dann ging es weiter nach tilmen hoeyuek. endlich mal richtige architektur!!! steine sind doch viel vernuenftiger als so olle lehmziegel!!! zudem ist die fundstelle toll rekonstruiert und mit infoschildern ausgestattet, und auch die landschaft rundherum ist wundervoll. bei tilmen handelt es sich ebenfalls um eine fundstelle aus der mittleren und spaeten bronzezeit, einem kleinen aramaeischen koenigssitz, aehnlich wie tell halaf in seiner anfangszeit.

schliesslich kamen wir recht spaet in sirkeli an, der zweiten grabung von mirko, unserem chef, wo wir erstmal koestlich gespeist wurden. der abend wurde noch lange, da ich mich freute, mit sven quasseln zu koennen, der spontan dieses jahr doch noch dort graben konnte. 

frueh am naechsten morgen stiefelten wir in einer unglaublich schwuelen luft mit einer geschaetzten luftfeuchtigkeit von 99 % gen tell und besichtigten anderthalb hethitische (ja, schon wieder) reliefs und anderthalb arealschnitte grabung. sirkeli krankt an einer mangelnden finanzierung, weswegen die grabung mit acht arbeitern etwas kleiner ausfaellt.

nach einem spaeten fruehstueck (um sieben zwei kilometer aufn tell rauf, zwei stunde da rum traben und um zehn gabs endlich was zwischen  die zaehne...) stuermten wir weiter auf unserer strecke.

als weiterer besichtigungspunkt stand karatepe auf dem plan. ein, wer haette das gedacht, hethitisch-aramaeischer fuerstensitz im wunderschoenen nichts, ausgestattet mit einem netten museum und zweier torwangen voller schraeger reliefs.

abends erreichten wir dann antakya, das antike antiochia, das heute einfach nur noch haesslich und unansehlich ist. da auch noch samstag abend war, was in der tuerkei wirklich samstag abend bedeutet, im gegensatz zu syrien, war natuerlich alles zu, und so ging es frueh schlafen. 

am naechsten morgen besichtigten wir das oertliche museum, dass einiges an kruden spaetantiken reliefs und eine fuerchterliche praehistorische sammlung fuer stolze vier euro eintritt zu bieten hatte. 

anschliessend ging es gen grenze. auf dem weg dorthin machten wir noch einen kurzen stop beim tell von alallach, ebenfalls sehr bekannt und, wer haette es gedacht, aramaeisch-hethitischer fuerstensitz mit dem beruehmten jarimlimpalast.

hier war die groesste attraktion jedoch der knuffige zukuenftige grabungswachhund.

nach der bekannten grenzzeremonie, einem kurzen zwischenessensstop (20 minuten...) und fuenf stunden fahrt waren wir dann endlich wieder bei unserem stinketell angelangt und seit gestern wird dann endlich auch wieder gebuddelt, alhamdidullah (so in etwa gott sei dank).

vor der exkursion hatten wir noch ein nettes bergfest, das die mitte unserer kampagne darstellte, in unserer schoenen neuen mastauda, unserem keramikschuppen.

nun buddeln wir uns also noch vier wochen durch muell und dreck, davon noch zwei mit halbem tempo, da ramadan, und dann geht es fuer mich und luise noch gen damaskus.

mein arm ist wieder soweit ok, und ich daarf endlich auch wieder draussen mitarbeiten. sonst ist es eher zaeh und langweilig, und ich habe das erste mal in meinem leben heimweh. 

die tage werden kuerzer und die tage komprimierter, ab samstag ist arbeitsbeginn um sechs und ende um achtzehn uhr, die mittagspause schrumpft auf eine stunde, und es scheint, dass es bald noetig wird, auch die wochenenden wegzukuerzen. 

unsere qatna-tour dieses wochenende haben wir auch komplett gecanzelt.

aber hey, freizeit wird ueberschaetzt, und schlafen koennen wir noch, wenn wir magistriert und arbeitslos sind. 

in diesem sinne, bis bald, inshalla!!!

PS: nachdem es immer noch probleme beim abrufen der bilder gibt, habe ich sie nochmals hochgeladen. anzuschauen sind sie nun auf http://s233.photobucket.com/albums/ee30/TheHippieshake/syrien%2008/ 

(Achtung, bitte wieder in die adresszeile kopieren, verlinken laesst sich hier immer noch nichts...)

16.9.08 18:02
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung